Philosophie heute: Ein philosophischer Paradigmenwechsel
Von Klaus Roggendorf 04.12.2010, 17.08 Uhr

Von der reflexiven zur reflektiven Lebensführung -
Ein philosophischer Paradigmenwechsel


Vom töricht verursachten und deshalb vernünftig vermeidbaren
Leid ist hier die Rede.

Wir reden hier, um der Menschen Probleme philosophisch ursächlich - diagnostisch - hypothetisch- modellhaft ethisch und bestenfalls lebenspraktisch zu lösen.

Der egozentrisch kurzsichtige, nur auf`s eigene Wohl gerichtete Leidbegriff ist vielfach kritisiert,weil er offensichtlich evolutiv überall und vielgestaltig -
durch das Recht des Stärkeren und des Fressens und Gefressenwerdens im Tierreich die Quelle technisch ermöglichten, vervielfältigten Leides mit immer differenzierteren Mitteln geworden ist.

Weil es den Psychopathen an Empathie fehlt, entwickeln sich besonders - diese - zu oft schicksals- und geschichtsbestimmend - zu unrührbaren,
rücksichtslosen Egomanen mit entsprechend eigennützigem Tunnelblick,der nur den eigenen Vorteil im Auge hat.
Auch im richtigem Leben ist gegen Niedertracht z.B., gegen die schamlose Lügerei von Psychopathen, denen man die Leiden der anderen vergeblich erklären müßte, kaum ein Kraut gewachsen.

Die meisten individuellen und gesellschaftlichen Probleme und Krisen wären/sind durch die realitätsgerechte Reflektion der stammesgeschichtlich bedingten unbewußt und dominant wirkenden Antriebe zu lösen.
Wenn es verstanden wird, die unbewußten dominanten Antriebe des Ego`s - lebenspraktisch - zu reflektieren , dann braucht man für ein ausgeglichenes Ego nur noch wenig und wendet sich anderem und sinnvollerem Denken
und Handeln zu, statt ständig um sich selbst zu kreisen.
Solche Reflektion macht von dem frei, worunter man ewig egozentrisch determiniert kreiste und unter dem man nicht allein zu leiden hatte!

Das Bewußtsein, das bewußte Seindessen Setzen und Durchsetzen,
von Regeln und Prinzipien ist noch immer w e i t e s t gehend und folgenschwer vom Unbewußten stammesgeschichtlich (r e f l e x i v ) dominiert.
Erst die (bewußt-verständige) philosophische R e f l e k t i o n unserer reflexiv-evolutiven Herkunft und deren ebenso bedingten, törichten Verhaltensweisen ermöglicht ein realistisches Selbst-und Weltbild und eine vernünftige Lebensgestaltung, die eines Tages von mehr Toleranz,
Solidarität und weiser Wärme des Herzens geprägt sein wird.

Es geht hier um den evolutiv-natürlichen, stammesgeschichtlich begründeten und nachvollziehbaren Wahn`, dem jeder Mensch solange unterliegt, bis er die Realität der zugrundeliegenden, unbewußt dominanten Antriebe zu
reflektieren gelernt hat. Dieses Fehlverhalten ist evolutiv programmatisch,historisch nachvollziehbar zunehmend existentiell verhängnisvoll und krisenhaft
und gehört deshalb endlich bewußt reflektiert!

Die psychische Verarbeitung der Tatsache, dass der Mensch weitestgehend vorprogrammiert determiniert denkt und handelt, ist die Kernproblematik!

Dieser Zusammenhang ist historisch, naturwissenschaftlich und stammesgeschichtlich erwiesen und lebenspraktisch (Krisen überall ) evident. Diese Tatsachen werden heute nur noch naiv bis bösartig interessenorientiert
von Ignoranten bestritten. Klar, falsche, idealistische Prämissen, Selbst-und Weltbilder führen zu falschen Schlüssen, welche dem eitlen, selbstüberschätzten
und philosophisch selbstüberhobenen Menschen eine weitere Känkung hinzufügt. Er ist nicht nur ein Tier unter anderen, sondern sein evolutiv junges Bewußtsein, sein Denken und Handeln, ist noch weitgehend r e f l e x i v und unbewußt dominiert. Dieser Kränkung entzieht sich der Mensch `natürlich nachvollziehbar` durch widersprüchliche Projektionen, Rationalisierungen, labile egozentrische
Verdrängungsmuster mit entsprechenden Unterstellungen und Schuldzuweisungen an andere. Solche Reaktionen sind der ambivalente Ausdruck der dominant unbewußt angetriebenen Abwehr, der Verdrängung und des Widerstandes gegen drohende Belastungen von Leib und Seele.

Treffender lassen sich unbewußt dominierte "Argumentationsstränge"
nicht beschreiben. Sie sind der ambivalente Ausdruck der dominant unbewußt r e f l e x i v angetriebenen Abwehr, der Verdrängung und des Widerstandes gegen die vernünftige Selbstreflektion, wenn die mächtigsten Antriebe (Existenzsicherung, Reproduktions-, Macht- und Eitelkeitstriebe) durch (bewußte) Reflektion entlarvt, vernünftig korrigiert und maßvoll sublimiert werden sollen.

Wir werden schicksalhaft in eine Lebenswelt hineingeboren, die wir bis an die Grenzen der praktisch realisierbaren Möglichkeiten entsprechend unserer Lebensmaxime verändern können.

Können beweist sich allein in der Praxis - der philosophischen
Lebenskunst.

So lange es Leben gibt, so lange gibt es unbewußt reflexive und /oder bewußt das reflektive "philosophische" Streben nach
wahrheitsgerechten Reaktionen und stabiler Gedeihlichkeit,
denn ohne solche Anpassungsreaktionen gäbe es kein Leben.

Von naiver Gläubigkeit bis hin zum eitlen Lügen sind leider die Folgen der unbewußt dominierten und noch weitestgehend unreflektierten stammesgeschichtlich fundamentalen R e f l e x i v i t ä t, die alles Leben fundamental
begründet und ganz "natürlich", aber evolutiv verhängnisvoll antreibt.

Die Alten konnten das damals erkenntnisstandsabhängig noch nicht anders!

Diese evolutiv-stammesgeschichtlich weitestgehend unreflektierte, wissenschaftsintegral vernachlässigte und idealistische Philosophie hat mit ihren gestrigen Begriffs-
und Weltbildern auch hier in der NG längst noch nicht ihr Ende gefunden.

Wir könnten hier per Reflektion der eigenen unbewußt dominanten Antriebe,mit den Wahrheitsbegriffen ( Wahrheit an sich selbst betrachtet) von Kant und Gödels mathematischen Beweisen zum Ignorabimus über unseren Schatten springen, tun`s aber nicht einmal theoretisch, obwohl ein solcher
philosophischer Neuanfang mit Wertewandel bereits klar indiziert ist, wenn
man Zustand und die Krisen der Menschheit und Welt betrachtet.
Nur die Vollkommenheit der Wahrheit bestimmt Faktum gottesgerichtsartig alles Leben und alles was ist.
Die Vollkommenheit der Wahrheit richtet alles und beantwortet unsere Fragen wenigstens teilweise. Die Menschheit bräuchte einen alle Menschen
verbindenden Wahrheitskult, einer Philosophie, die alles miteinander
verbindend sich selbst eines Tages überflüssig macht.

Welche Fragen wir stellen und was wir aus den Antworten
denkend und handelnd machen, bedarf, mit Blick auf die Menschheitsgeschichte,prioritär einer ethisch-moralisch nachhaltig lebensförderlichen Maxime, denn Wissen und Macht sind ohne eine solche gefährlich.
Das kann nur eine neue, reflektiv ethisch-moralisch revidierte Philosophie leisten,die in der Lage ist, einen paradigmatisch wahrheitsorientierten Wertewandel
zu begründen und lebenspraktisch einzuleiten.

Ein realitätsgerechtes, stammesgeschichtlich reflektiertes Menschen-und Weltbild ist die Voraussetzung und Grundlage menschlich-nachhaltig gedeihlicher, individueller und gesellschaftlicher Chancen.
Da im Mittelpunkt allen Lebens das Streben nach einem gedeihlich gelingendem Leben steht, gilt es, das Leben vernünftig nachhaltig lebensförderlich zu gestalten.

Denken und Handeln sind nur ethisch-moralisch richtig, maß- und sinnvoll, wenn man - mit Blick auf`das Ganze - stets so nachhaltig lebensförderlich wie möglich lebt!

Jeder so gut er kann -aber nicht weniger!,-)

Das muß jeder mit sich ausmachen, mit seiner Mitwelt die
Regeln aushandeln und optimieren helfen.

Die weiteren ethischen Regeln/lebenspraktischen moralischen
Anwendungen und deren Feinjustierungen folgen diesem `natürlichen Imperativ` dann, wenn dieser - philosophisch eindeutig begründet und rechtfertigt - diskursethisch vermittelt - einsichtig verinnerlicht und massenhaft generalisiert ist.
Dann erwachsen aus einsichtig-vernünftigem Denken und Handeln Visionen, die weise Leitfaden für die Lebensgestaltung.ermöglichen.

Wir haben nur die Wahl zwischen dem törichten, unbewußt dominierten `Weiterso` und d e r philosophisch eindeutig begründeten, rechtfertigten,diskursethisch vermittelbaren, einsichtig verinnerlich- und massenhaft generalisierbaren (stammesgeschichttlich-realitätsgerechten)
R e f l e k t i o n unserer Möglichkeiten - Zukunft vernünftig zu gestalten.
Erst dann werden Wissen und Macht entsprechend demokratisch
transparent kontrollierbar und ungefährlich.

Diese Wahrheit kann uns befreien, das bedeutet allerdings nur, dass die ohnehin kleine, natürlich bedingte Wahlfreiheit des Menschen vergrößert wird!

Das `Weiterso` aber führt dazu, dass die Not-Wendigkeiten - durch Verteilungs- und Kulturkämpfe verschärft - die n o t w e n d i g e Vernunft leidvoll erzwingen.

Genau deshalb gehören die Alternativen klar bezeichnet, wenn der not-wendige Wertewandel eingeläutet werden soll, damit die naiven bis böswilligen Ignoranten und Egozentriker dieser kruden Welt nicht immer wieder sagen können: Das haben wir aber nicht gewußt!
Schaut man auf sich selbst, dann vergeht einem so manches närrische Lachen,denn der größte Narr lacht oft am lautesten über die kleinen und harmlosen.

Es gilt weiterhin, mit Herz und Hirn philosophische Arbeitshypothesen zu begründen und auszutesten, damit das Leben weise, nachhaltiger, gedeihlicher und in einer harmonisch wärmeren Zwischenmenschlichkeit gelingen kann.

Klaus Roggendorf 04.12. 2010